Betrieb des Stadtbades unter den Bedingungen einer Pandemie

 

Dieses Konzept der Umsetzung für die Öffnung des Stadtbades Rees, basiert auf dem Pandemieplan der DGfdB.

Vorgaben des Pandemieplans werden als Grundvoraussetzung umgesetzt um einen sicheren Badebetrieb für die Mitarbeiter und Gäste unter dem Gesichtspunkt der Pandemie, der Verkehrssicherungspflicht und der vorgegebenen Gesetze und Richtlinien zu berücksichtigen.

Dieser Badebetriebt verfügt weder über eine Sauna noch über ein Dampfbad.

Ein Gastronomisches Angebot wird nicht vorgehalten.

1. Externe Dienstleister

Unter der Berücksichtigung von externen Dienstleistern (Firmen) muss der Badebetrieb weitergeführt werden. In diesem Bereich muss der Infektionsschutz durch den Badbetreiber so wie auch durch die Firmen erfüllt werden. Die strikte Umsetzung ergibt sich wie folgt:

  • Der Mindestabstand von 1,50m wird kontinuierlich seitens des Personals und der Firmen eingehalten.
  • Die Einhaltung des Präventionsstandarts wird durch Mundschutz erfüllt.
  • Unter Berücksichtigung der DSGVO müssen sich Firmen im Betrieb anmelden. Zur Kontrolle wird ein Dokument erstellt, welches nachverfolgen lässt, welche Firma an welchem Tag zu welcher Uhrzeit anwesend war.

2. Personal

Die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ist unerlässlich für jeden Mitarbeiter des Betriebes. Ohne ein kontinuierliches Tragen als auch Einhaltung kann der Bäderbetrieb nicht öffnen und bietet somit keinen Infektionsschutz.

  • Der Hautschutzplan im Bereich von Cremes zur Unterstützung beim Tragen der Handschuhe hat zu erfolgen
  • Atemschutzmasken mindestens nach der Klasse ffp2 müssen in ausreichender Anzahl für die Mitarbeiter vorhanden zu sein.
  • Schutzbrillen müssen ebenfalls in ausreichender Anzahl vorhanden sein.
  • Die Desinfektionsspender haben in ausreichender Anzahl, mindestens aber im Bereich der Kasse, dem Personalraum, oder/und der Aufsicht aufzustellen.
  • Bei Räumlichkeiten in denen keine Trennung möglich ist und im Nassbereich, sind Gesichtsschutz/ Gesichtsmasken zu tragen.
  • Pausen wie auch die Einnahme von Speisen oder Besprechungen sind in Gruppen zu unterlassen oder aber mit dem Abstand von 1,5m durchzuführen.
  • Jeder Mitarbeiter hat einen Abstand von 1,5m zu jeder Zeit einzuhalten.

3. Vermeidung durch das Ansteckungsrisiko bei Hilfeleistungen

Bei der PSA und deren Schutz der Mitarbeiter wird der Bereich der Hilfeleistung bei einem Ertrinkungsunfall besonderer Wichtigkeit gewidmet. Das Badpersonal welches die Wasseraufsicht durchführt, erfüllt auch die Kriterien eines Ersthelfers.

Daraus ergeben sich folgende Vorgaben bei Eintreten eines Ertrinkungsunfalls als auch bei Verletzungen im Beckenumgang

 

  • Ein Gesichtsschutz / Gesichtsmaske mind. ffp2 als auch Handschuhe haben in ausreichender Anzahl an allen Bereichen der Ersten Hilfe vorhanden zu sein.
  • Bei Schürfwunden und weiteren Verletzungen, welche Kontakt von Personal und Gästen fordert, tritt die Pflicht des Gesicht- und Handschutzes in Kraft.
  • Die Atemkontrolle durch Näherung des Gesichtes an den Badegast soll vermieden werden – Die Kontrolle erfolgt durch überstrecken des Nackens und Anheben des Kinns. Für die Überwachung des Brustkorbes wird davon ausgegangen, dass bei keiner Brustkorbbewegung keine Atmung vorhanden ist.
  • Erfolgt keine Reaktion auf Ansprache und Berührung wird der Rettungsdienst alarmiert nach Einhaltung der Rettungskette.
  • Wird eine Reanimation notwendig, wird sich auf die Herzdruckmassage beschränkt oder durch einen Einsatz eines Defibrillators ergänzt.
  • Auf Atemspende soll verzichtet werden. In diesem Fall kann eine weitere Absicherung durch ein Tuch auf das Gesicht des Badegastes ergänzt werden.
  • Bei Kindern hat die Atemspende eine größere Rolle. Unter Berücksichtigung der Pandemie und dessen Infektionsrisiko muss in diesem Fall der Ersthelfer die Durchführung der Atemspende selbst entscheiden.

4. Wasseraufbereitung

Der Fokus der Wasseraufbereitung erhält durch den aktuellen Kenntnisstand eine neutralere Sicht und wird über das Gesundheitsamt weiterhin kontrolliert.

  • Das Medium Chlor als Desinfektion als auch andere Desinfektionsverfahren vermeiden, nach aktuellem Kenntnisstand, die Übertragung des Covid-19 Virus.
  • Die Beprobung der Wasserqualität in den einzelnen Becken (Hygienehilfsparamter) erfolgt wie bisher über 3 Messungen am Tag

 

5. Betrieb unter der Pandemie

Im Verlauf der Pandemie ergeben sich neue, meist unbekannte Abläufe für Betriebe. Diesen unbekannten Abläufen ist entgegen zu wirken mit festen und klaren Strukturen.

  • Kein Betreiber kann bei Besuchern die Ansteckungsfreiheit während des Aufenthaltes im Bad garantieren.
  • Jeder Badegast hat sich auch auf, die in einem Badebetrieb unter Pandemiebedingungen typischen Gefahren durch gesteigerte Vorsicht einzustellen.
  • Abstand und Kontaktverbot mit dem Abstand von 1,5m wird eingehalten.

 

6. Verhaltensregeln für Besucher

Verhaltensregeln werden nicht nur für das Badpersonal erstellt, sondern müssen dem Badegast zu jeder Zeit im Badebetrieb bewusst visualisiert werden mit folgenden Vorgaben:

 

  • Die Verminderung eines Ansteckungsrisikos durch klare Verhaltensregeln müssen ersichtlich, visualisiert und an mehreren Standorten im Badebetrieb ausgehängt werden.
  • Die Kapazität der jeweiligen Räumlichkeiten so wie Dusch- und WC-Bereiche dürfen nur von 2 Gästen gleichzeitig benutzt werden.
  • Die Nies- und Hustenetikette muss ersichtlich an mehreren Standorten im Badebetrieb ausgehängt und darauf hingewiesen werden.
  • Eine Wasch- und Desinfektionsvorgabe wird ebenso ersichtlich für den Gast ausgehangen.
  • Der Badegast wird auf das Duschen mit Seife vor dem Baden erneut an den dafür vorhandenen Stellen hingewiesen.
  • Menschenansammlungen sind in der ganzen Anlage zu vermeiden.
  • Den Gästen wird empfohlen die komplette Breite des Beckenumgangs zu nutzen

 

7. Kassenbereich/Eingangsbereich

Dem Kassenbereich obliegt eine gesonderte Wichtigkeit. In diesem Bereich kommt der Badegast erstmalig mit dem Personal in Kontakt. Im erweiterten Fokus befindet sich hier auch die Gefahr der Ansammlung von Menschenmengen.

  • Im Kassenbereich/Eingangsbereich werden auf dem Boden Markierungen im Abstand von 1,5 m angebracht.
  • Jeder Besucher ist dazu verpflichtet vor Betreten der Anlage einen gültigen negativen Corona-Test vorzuzeigen
  • Bei zu erwartenden Schlangen werden diese mit Barrieren zum Kassenbereich geleitet mit ebenso angebrachten Markierungen von 1,5m.
  • Warteschlangen sollen vermieden werden, bei Ansammlungen müssen diese gesondert unter den Abstandsvorgaben markiert sein.
  • Ein Desinfektionsspender wird hier für die Desinfektion der Hände der Badegäste aufgestellt
  • Jeder Besucher ist dazu verpflichtet sich vor Betreten der Anlage die Hände zu desinfizieren
  • In dem direkten Kassenbereich darf immer nur eine Person vor dem/der Kassierer/in stehen.
  • Kassenbereiche werden mit Plexiglas oder Folien zum Schutze der Mitarbeiter ausgestattet
  • Überwachung der Vorgaben und deren Einhaltung im Kassenbereich muss durch Badpersonal erfolgen
  • Um Ruhe- und Wartezeiten für die Gäste zu vermeiden, werden alle Sitzmöglichkeiten entfernt und/oder gesperrt.
  • Das bargeldlose Bezahlen wird den Gästen empfohlen.
  • Unter Berücksichtigung der DSGVO müssen sich Besucher im Betrieb anmelden. Zur Kontrolle wird ein Dokument erstellt, welches nachverfolgen lässt, welcher Gast an welchem Tag zu welcher Uhrzeit anwesend war.
  • Gäste, die nicht zur Einhaltung der genannten Regeln bereit sind oder Grippeähnliche Symptome aufweisen, wird im Rahmen des Hausrechts der Zutritt verwehrt.

 

8. Umkleide und Duschbereiche

Umkleidekabinen und Duschbereiche bergen ein besonderes Gefahrenpotential. In diesen Bereichen ist mit einer Menschenansammlung häufiger zu rechnen und muss wie folgt unterbunden werden:

  • Die Sammelkabinen dürfen nur mit einem Abstand von 1,5m und maximal 3 Besuchern genutzt werden.
  • Wie bereits genannt, werden Duschräume nur von 2 Personen gleichzeitig genutzt – Aerosol Bildung.
  • Da die Gänge in den Umkleiden sehr schmal sind und es für die Badegäste nicht möglich ist den Mindestabstand zu halten, werden die Herrenumkleiden/Duschen vor dem Schwimmen und die Damenumkleiden/Duschen nach dem Schwimmen genutzt.
  • Schränke werden aufgrund der Einbahnstraße verschlossen.

 

9. Becken und Beckenbereich

Der direkte Bereich des Beckens und des Beckenumgangs erfordert aufgrund, der Pandemie, erhöhte Wachsamkeit. Der Aspekt der Verkehrssicherungspflicht hat hier die Beachtung für das Badepersonal wie auch präventiv für den Badegast.

 

  • Die maximale Ausnutzung der Beckenumgänge soll in ganzer Breite genutzt werden.
  • Schwimmleinen werden als Unterstützung hinzugezogen, um die Trennung innerhalb der Becken zu erreichen.

Durch ständige Aufsicht nach der DIN 19643 wird die Kontrolle und Einhaltung der Rahmenbedingen gewährleistet. Darüber müssen alle Vorgaben des Pandemieplans durch das Badepersonal eingehalten werden.

 

10. Schwimmhalle/ Beckenumgang

  • Bei den Bereichen der Schwimmhalle und des Beckenumgangs werden unter den Vorgaben der Möglichkeit die Liege- und Sitzmöglichkeiten entfernt bzw. sind abzusperren oder durch Markierungen mit Abständen von 1,5m zu versehen.
  • Begrenzungen zur Steuerung der Zugänge und dessen Strömungen und der vorgegebenen Abstände müssen errichtet und gut leserlich für die Gäste sein.

 

11. Reinigung

Der Bereich der Reinigung schafft die Grundlage für ein bestehendes Pandemiekonzept. Durch Intensivierung der regelmäßigen Intervalle für die Grund- und Unterhaltsreinigung so wie auch für die Desinfektion wird eine keimfreie Basis für die Badegäste geschaffen.

  • Die Reinigung mit neutralen Reinigern für die Bodenflächen werden 1x täglich durchgeführt. Nach der Reinigung erfolgt auf allen Sanitär- und Beckenumgangsflächen, Handfassen und bei allen Reinigungsgeräten nach der Vorgabe der Dosierung und Einwirkzeit eine 1x tägliche Desinfektion.
  • Desinfektionsmittel müssen durch den Lieferanten mit dem Hinweis, begrenzt Viruzid, deklariert sein.
  • Ein Desinfektionsspender muss vor dem Zugang zum Bad für die Gäste zugänglich sein. Dadurch werden Keimherde und Infektionsgefahren vor Badebetrieb verringert. Auf die ordnungsgemäße Benutzung muss hingewiesen werden durch Piktogramme und in mehreren Sprachen. Der Spender soll vor Diebstahl gesichert werden.
  • Die Griffflächen, die von Badegästen häufig berührt werden, müssen in kurzen regelmäßigen Intervallen mit einer Wischdesinfektion gesäubert werden.
  • Um den Kontaminierungsgrad gering zu halten werden feuchte Einmalhandtücher zur Wischdesinfektion benutzt.
  • Die Einwirkzeit der Desinfektionsmittel soll unter 5 Minuten liegen (Desinfektionsmittel auf Basis von Alkohol und Ethanol sind möglich)
  • Reinigungs- und Desinfektionspläne sind im Eingangsbereich/Foyer für den Badegast ersichtlich auszuhängen.
  • Für die Badegäste wird Desinfektionsmittel an dem Sanitärbereich durch Spender angeboten.

 

Der direkte Bereich des Beckens und des Beckenumgangs erfordert, aufgrund der Pandemie, erhöhte Wachsamkeit. Hierfür werden zwei Berechnungsgrundlagen herangezogen.

12. Begrenzung der Besucherzahlen

Die Maximale Besucherzahl richtet sich nach den Vorgaben der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vom Land NRW

Somit errechnet sich die Maximale Besucheranzahl wie folgt

  • Sportbecken 7,0m² pro Badegast = 312,5m² : 7,0m² = Rund 45 Personen

 

Aufgrund der baulichen Gegebenheiten im Sanitärbereich, muss die die maximale Besucherzahl auf 25 Personen beschränkt werden.

Unter Einhaltung dieses Konzeptes und der Erfüllung aller Vorgaben und Richtlinien als auch das Vorhandensein der PSA und deren Bereitstellung der Schutzmaßnahmen kann der Betrieb des Stadtbades Rees nach Abstimmung mit der Geschäftsführung, dem Ordnungsamt und dem Gesundheitsamt eröffnet werden.